Wie Commodore damals kauft MERIDIAN nur die CPU zu – einen bewährten, freien 65C816-Kern. Alles drumherum ist Eigenbau, und jeder Chip trägt einen deutschen Namen, der verrät, was er tut.
8 MHz · 16-Bit-Register · 16 MB
Die CPU aus Super Nintendo und Apple IIGS: 16-Bit-Register, 24-Bit-Adressen, und sie versteht auch 6502-Code. Damit ist der MERIDIAN ein 16-Bit-Rechner mit 8-Bit-Datenbus, der auf Wunsch zum 6502 wird – so läuft auch das BASIC. Der Kern stammt aus der MiSTer-Gemeinschaft – zwei Übersetzungsfehler darin haben wir unterwegs gefunden und behoben.
$C000 · 2 Ebenen · 256 aus 4096
Zwei Ebenen übereinander, jede wahlweise Text mit 40 oder 80 Zeichen, Kacheln mit pixelweisem Scrolling oder eine Bitmap mit 320 × 240 Punkten in 16 oder 256 Farben. Auf der vorderen Ebene ist Farbe 0 durchsichtig: Text über Bildern, Parallaxe aus zwei Kachelebenen. Weil PINSEL einen eigenen Speicheranschluss hat, wartet die CPU nie auf die Grafik.
KOBOLD
Sprites · spukt herum
$C300 · 32 Sprites · keine Zeilengrenze
32 Sprites mit 16 × 16 Punkten oder doppelt groß, je 16 Farben aus eigener Palettenbank, spiegelbar, vor oder hinter der vorderen Ebene, mit Kollisionserkennung. Alle 32 dürfen auf derselben Zeile stehen – der C64 schaffte acht. Möglich macht das ein eigener Musterspeicher, der eine ganze Spritezeile in einem Takt liefert.
$C500 · 4 Synth + 4 Samples · Stereo
Die SID-Seele: vier Synthesestimmen mit Dreieck, Sägezahn, Puls und Rauschen, Ringmodulation, Sync, Hüllkurven nach den Zeittabellen des SID und ein Filter mit Resonanz – die Register sogar in SID-Reihenfolge. Die Paula-Seele: vier Samplekanäle mit 8 Bit und Schleifen. Jede Stimme hat ihre eigene Lautstärke und ihren Platz im Stereobild.
$C700 · 6 Befehle · pixelgenau
Ein Lotse fährt mit und sagt im richtigen Moment, was zu tun ist. LOTSE liest eine Befehlsliste, wartet auf eine Position des Elektronenstrahls und setzt dann Register: Farben, Ebenen, Scrolling, Sprites, sogar Klang. So entstehen Farbverläufe, geteilte Bildschirme und wehende Logos, ohne dass die CPU einen Finger rührt.
KRAN
Blitter · hebt Lasten
$C600 · füllt 17,6 MB/s · kopiert 8 MB/s
KRAN kopiert und füllt Rechtecke im Speicher, auf Wunsch mit Durchsicht für Spielfiguren. Er arbeitet ganze Auftragslisten ab, während die CPU etwas anderes tut. Mit Etappe 9a erreicht er auch den Zusatzspeicher, in der Simulation läuft das schon – der Blitter des Amiga kam an dessen Fast-RAM nie heran.
PFORTE
Ein-/Ausgabe · das Tor
$C100 · Tastatur · 2 Joysticks · 2 Timer
Ein Tastaturpuffer für 16 Ereignisse mit deutschem Layout (PC oder Mac), zwei Joysticks mit bis zu sechs Knöpfen, zwei Timer im Mikrosekundentakt und eine durchlaufende Uhr. Lesen hat hier bewusst keine Nebenwirkung, denn der 65816 liest manche Adressen „blind“ – sonst gingen Tasten verloren.
BOTE
Programmlader · bringt
$C200 · Menü oder Netz · Fernstart
BOTE lädt Programme aus dem MiSTer-Menü – oder direkt vom Entwicklungsrechner übers Netz: Der schreibt in ein Postfach im Speicher des MiSTer, BOTE kopiert das Programm per DMA und startet es. Vom Befehl am Mac bis zum laufenden Programm vergeht knapp eine Sekunde.
Bänke $04–$FE · 15,7 MB SDRAM
ZUSATZ steuert das SDRAM-Modul des MiSTer mit 48 MHz und blendet 15,7 MB in den Adressraum ein. Schreiben kostet keine Zeit, Lesen einen Wartezyklus. Das größte Rätsel unterwegs: Bei den MiSTer-Modulen laufen die Byte-Masken über Adressleitungen.